Greifvögel - Erklärung Hauben

© Axel Heuting / pixelio

Sie dienen dem Ruhigstellen der Beizvögel. 
Ursprünglich wurden z.B. Wildfängen die Augenlider vernäht (!). Die so behandelten Falken gewöhnten sich dann leichter an die menschliche Nähe, wenn die Nähte sich allmählich auflösten und das Sehvermögen schrittweise wieder zustande kam. Ziemlich barbarische Methode!

Greifvögel verhalten sich ruhig, sobald sie nichts mehr sehen. Sie reagieren dann auch nicht hektisch, wenn Ungewohntes in ihrer Umgebung geschieht (z.B. Geräusche, Bewegungen etc.). Deshalb verhauben Falkner ihre Vögel meist beim Transport oder zu Beginn, wenn sie zum Abtragen aus der Voliere in den Raum überstellt werden. Nachdem Vögel optisch orientiert sind, stellt diese Maßnahme aber jedenfalls eine erhebliche Einschränkung des Allgemeinbefindens dar und wird deshalb auch nur als Kompromiss und kurzfristig in der TS Gesetzgebung toleriert.

Vögel, die erstmals verhaubt werden, reagieren extrem schockiert und keinesfalls ruhig! Sie müssen sich erst allmählich an die Haube gewöhnen. Sie werden, um das zu beschleunigen bis zu drei Tage hungrig gestellt (erhalten KEINE Nahrung).

In arabischen Ländern erfolgt (auch heute noch!!) das Vernähen ohne Narkose mit einem (nicht sterilen) Bindfaden, nicht nur bei Wildfängen. Die Folge sind oft schwerwiegende Entzündungen. Die Nähte werden dann schrittweise mit dem Messer geöffnet.

Die Haube muss für jedes Individuum speziell angepasst werden.  Durch die Haube werden leicht Federn verschoben, was dem Vogel unangenehm ist oder wieder zu Augenreizungen führen kann. wenn z.B. die verbogenen Federn die Hornhaut irritieren.

Text: Dr. Hans Frey,  Veterinärmedizinische Universität Wien