Tierschutzrecht

Das österreichische Tierschutzrecht besteht aus dem Tierschutzgesetz und den dazugehörigen Verordnungen.

Das Tierschutzgesetz gilt für alle Tiere und formuliert als Ziel, das Leben und Wohlbefinden der Tiere aus der besonderen Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf zu schützen. Es enthält Verbotsnormen (etwa Verbot der Tierquälerei, das Verbot der Tötung ohne vernünftigen Grund, Verbot von bestimmten Eingriffen bei Tieren) sowie Anforderungen an den Tierhalter und Grundsätze der Tierhaltung. Zudem sind zahlreiche Bewilligungs- und Anzeigepflichten vorgesehen (z.B. ist die Haltung von Wildtieren wie Reptilien anzeigepflichtig). 

Die ebenfalls mit 1. Jänner 2005 in Kraft getretenen zehn Verordnungen formulieren Mindestanforderungen an die Haltung/Verwendung oder Ausbildung von Tieren sowie nähere Vorschriften über die Schlachtung und Tötung von Tieren und über Kontrollen: 

1. Tierhaltungsverordnung, idF BGBl II 219/2010; 2. Tierhaltungsverordnung, idF BGBl II 384/2007; Tierhaltungs-Gewerbeverordnung, idF BGBl II 409/2008; Zoo-Verordnung, idF BGBl II 30/2006, Tierschutz-Zirkusverordnung, idF BGBl II 489/2004; Tierheim-Verordnung, idF BGBl II 490/2004; Tierschutz-Veranstaltungsverordnung, idF BGBl II 70/2008; Tierschutz-Schlachtverordnung, idF BGBl II 31/2006; Tierschutz-Kontrollverordnung, idF BGBl II 220/2010; Diensthunde-Ausbildungsverordnung, idFBGBl II 494/2004. 

Im März 2012 ist nun auch die Fachstellen-/Haltungssysteme Verordnung, BGBl II 63/2012, ausgegeben worden.

Die aktuellen Versionen sind über das Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes herunterzuladen: http://www.ris.bka.gv.at/Bund/ 


Wildtiere in Haushalten

Die Haltung von Wildtieren ist bei der zuständigen Behörde (Bezirkshauptmannschaft/ Magistrat) anzeigepflichtig (§ 25 Abs. 1 Tierschutzgesetz) . 

Welche Tiere sind anzeigepflichtig?

Anzeigepflichtig sind alle Wildtierarten der Säugetiere, ausgenommen Bisons und Streifenhörnchen. Ebenso alle Wildtierarten der Vögel, ausgenommen Arten der Unzertrennlichen, der Plattschweifsittiche, Wellensittiche, Nymphensittiche, Prachtfinken, der Chinesische Sonnenvogel, die Chinesische Zwergwachtel sowie das Diamanttäubchen. Weiters sind alle Arten der Reptilien und Amphibien sowie Fische, die in Freiheit mehr als 1 m lang werden, anzeigepflichtig. 

Für einen Großteil der Wildtierarten sind in der 2. Tierhaltungsverordnung genaue Mindestanforderungen an die Haltung festgelegt worden (etwa im Hinblick auf Größe der Unterkünfte, Ausstattung, sozial lebende Tiere paarweise oder in Gruppe,...). Vor dem Kauf eines Reptils z.B. muss bereits ein entsprechendes Terrarium eingerichtet und betriebsbereit sein und Fachkenntnisse erworben werden - damit sind Spontankäufe nicht zulässig.