Versuchstiere


Der Einsatz von Tieren für Versuche ist ein heikles Thema. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Problematik der Versuchstierhaltung  - sowohl was eine Verbesserung der Haltungsbedingungen als auch die Weiterentwicklung von Alternativmethoden betrifft - ist daher ganz wesentlich. 


Tierversuchsstatistik: Gemäß § 16 Abs. 2 des Tierversuchsgesetzes haben die jeweils zuständigen Bundesministerien die Art und Zahl der verwendeten Versuchstiere statistisch zu erfassen. Die jährlichen Veröffentlichungen der Tierversuchsstatistiken können Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung nachlesen:http://wissenschaft.bmwfw.gv.at/bmwfw/ministerium/veranstaltungenpublikationen/publikationen/forschung/statistiken/tierversuchsstatistiken/

 


Novelle Tierversuchsgesetz:

Im Jahr 2010 wurde eine Richtlinie 2010/63/EU zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere (Tierversuchs-Richtlinie) erlassen. Bis 10. November 2012 haben die Mitgliedstaaten nun Zeit ihre nationalen Bestimmungen an die Richtlinie anzupassen. Damit sind zahlreiche Anpassungen im bestehenden Tierversuchsgesetzes sowie der darauf basierenden Verordnungen erforderlich, um die Richtlinienkonformität zu wahren.

Laut Erläuterungen zu dieser Novelle soll die Neufassung des bestehenden Tierversuchsgesetzes wesentliche Neuerungen enthalten – wie  die Einteilung von Tierversuchen nach Schweregraden (§ 3), detaillierteren Vorschriften zu Tötung und Betäubung von Tieren (§§ 7 f), detaillierteren Vorschriften zu bestimmten Tierarten (2. Abschnitt), die verpflichtende tierärztliche Betreuung bei Züchtern, Lieferanten oder Verwendern sowie die verpflichtende Einrichtung eines Tierschutzgremiums.

Die geplante Novellierung wird durchaus von allen Seiten als Fortschritt in gewissen Bereichen gewertet – doch reicht es für viele nicht weit genug.

Als eine der wesentlichsten Neuerungen gilt die Erstellung eines Kriterienkatalogs für eine Schaden-Nutzen-Abwägung bei Tierversuchsprojekten. Ebenso sollen Tierversuche, die lang dauernde Schmerzen verursachen, welche nicht gelindert werden können, künftig grundsätzlich verboten sein (es sei denn, dies ist aus wissenschaftlich berechtigten Gründen erforderlich und es ist sichergestellt, dass keine nichtmenschlichen Primaten verwendet werden).

Nähere Informationen

Den aktuellen Stand der Novelle können Sie auf der Seite des Parlaments nachlesen: http://www.parlament.gv.at/PAKT/PR/JAHR_2012/PK1002/index.shtml

Ebenso findet sich dort den genauen Gesetzestext sowie Vorblatt und Erläuterungen http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/I/I_02016/index.shtml

 


Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen:

Im Sinne der 3Rs ist die Entwicklung von Alternativmethoden zu Tierversuchen von besonderer Bedeutung. Das Zentrum für Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen ist eine gemeinnützige Forschungseinrichtung, die sich als Ziel gesetzt hat, die Entwicklung von Methoden, die Tierversuche ersetzen oder die Zahl der Versuchstiere und deren Leiden zu reduzieren, zu fördern. Ebenso setzen sie sich für die wissenschaftliche bzw. behördliche Anerkunng von Alternativmethoden ein. Eine weitere Aufgabe ist es, die Bevölkerung über Alternativmethoden zu Tierversuchen aufzukären und über das Thema Tierschutz durch Wissenschaft zu informieren.

Nähere Informationen zum Zentrum für Ersatz- und Ergänzungsmethoden finden Sie auf deren Homepage:
www.zet.or.at


Tierversuche und Ethik:

Beiträge zu Tierversuchen und deren ethische Abwägung finden Sie auch auf der Homepage der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. in der Rubrik Merkblätter - Tierversuche: www.tierschutz-tvt.de


Im Forum Tierversuche in der Forschung, einer Initiative der deutschen Forschungsgemeinschaften, diskutieren ExpertInnen aus der tierexperimentellen Forschung, dem Tierschutz, Behörden und der Ethik über die ethischen Fragen im Zusammenhang mit Tierversuchen. Das Forum stellt seine Diskussionsergebnisse öffentlich zur Verfügung: www.tierversuche-in-der-forschung.org