Steckbrief Wildschwein

Finde heraus, was die Begriffe Bache, Keiler und Frischling bedeuten.

Lateinischer Name: Sus scrofa 

Weibchen: Bache; Männchen: Keiler; Jungtier: Frischling


Aussehen

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keilförmiger, massiger Kopf, gedrungener Körper; die Körperhöhe nimmt zu den Hinterbeinen ab; aufrecht stehende Ohren. Das braune bis schwarzgraue Fell ist borstig. Schnauze mit Rüsselscheibe.

Das Gehör und der Geruchssinn sind sehr gut ausgeprägt.

Körperlänge: 110 bis 155 cm

Gewicht: Keiler: 50 bis 190 kg, Bache: 35 bis 80 kg


Lebensraum

Besonders in feuchte Laubwälder und Laubmischwälder, weil es dort viel Nahrung (Eicheln, etc.) gibt. Wildschweine meiden das Hochgebirge und eine offene Landschaft ohne Deckung, ansonsten können sie überall vorkommen.


Verbreitung in Österreich

besonders im Osten, wenig in Tirol und Vorarlberg
 

Fortpflanzung und Zusammenleben

Mehrere weibliche Tiere bilden zusammen mit ihren Jungen einen Familienverband, auch Rotte genannt. Erwachsene Keiler sind Einzelgänger und treffen nur in der Paarungszeit auf die Bachen. Wildschweine werden mit ca. 20-25 kg Körpergewicht geschlechtsreif, d.h. bei gutem Nahrungsangebot schon im Geburtsjahr. Die Paarung findet im November und Dezember statt. Nach einer Tragzeit von vier Monaten kommen 1 bis 11 Frischlinge zur Welt (durchschnittlich 5,2). Zur Geburt verlässt die Bache den Familienverband und baut aus Zweigen, Moos und Laub ein Nest, genannt Kessel. Dort hinein werden die Frischlinge geboren. Sie werden noch drei Monate gesäugt. Das Fell der neugeborenen Frischlinge unterscheidet sich vom Fell der erwachsenen Wildschweine: Es ist weicher und hellgelbbraun mit Längsstreifen. Im Herbst bekommen die Jungen das erste Winterfell, das ähnlich wie das Fell der erwachsenen Wildschweine aussieht. Wildschweine sind Beutetiere für Bären, Wölfe und Luchse. Füchse und Uhus erwischen manchmal auch Frischlinge.

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Nahrung

Allesfresser: Mit dem Rüssel wird der Erdboden umgepflügt und alles gefressen, was oberhalb und in der Erde zu finden ist z.B. Knollen, Wurzeln, Eicheln, junge Hasen und Mäuse, Amphibien, Reptilien, Früchte und Samen, Insektenlarven, Gelege von bodenbrütenden Vögel und Aas.


Besonderes Verhalten

Wildschweine können sehr gut schwimmen. Da Wildschweine keine Schweißdrüsen haben, müssen sie sich bei wärmeren Temperaturen im Schlamm kühlen. Nach dem Suhlen scheuern sich die Wildschweine an Baumstämmen. Das gehört zur Hautpflege. Da sie in landwirtschaftlichen Flächen z.B. Feldern oft viel Schaden anrichten, werden sie intensiv bejagt. Das Wildschwein ist der Vorfahre des Hausschweins.

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Zusammenstellung des Steckbriefs: Mag.a Daniela Lipka, Verein „Tierschutz macht Schule“

Fachliche Betreuung: Univ.-Prof. Dr. Walter Arnold, Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) der Veterinärmedizinischen Universität Wien.